Samstagmorgen. 06.00 Uhr. Meine Tochter steht im Dunkeln neben meinem Bett und rüttelt an meinem Arm.

„Hm?“

„Mama, ich habe nun allen meinen Tieren Namen gegeben. Soll ich sie aufsagen?“

„Hm? Jetzt? Kann das nicht warten?“

„Also, der große Bär der heißt einfach Teddy. Das braune Pferd heißt Lana. Der Eisbär heißt Lala. Findest du, dass Lala ein guter Name für einen Eisbären ist, Mama?

„Mm.“

„Aber nicht mit Lana verwechseln, gell? Lana ist das Pferd.“

„Mm.“

„Der hellbraune Bär heißt Snoopy. Weißt du, welchen Bären ich meine, Mama?

„Jahaa!“

Bildergebnis für Teddybären

Am Tag zuvor hat sie mich bereits gezwungen, die Namen aller Lego-Friends-Püppchen auswendig zu lernen. Die mit den braunen Haaren heißt Olivia. Die Blonde müsste Stephanie sein. Die Rothaarige hat einen ziemlich dämlichen Namen, den ich bereits vergessen habe.

Früher war der zweite Name meiner Tochter Entropia, weil sich der Inhalt ihres Zimmers entropisch im ganzen Haus verbreitet. Heute müsste er eher Entropia Penetranzia lauten. Wenn meine Tochter später einmal die Erfüllung ihrer Träume mit derselben Penetranz verfolgt, wie sie mich verfolgt, wenn sie etwas von mir will, dann brauche ich mir um sie eigentlich keine Sorgen mehr zu machen.

Als sie geboren wurde, wusste ich, dass sie von sehr weit her gekommen war. Sie war mir ganz fremd. Aber, sie war zu mir gekommen!

Noch heute denke ich oft, dass meine Tochter ein ganz und gar entrücktes Wesen von einem anderen Stern sein muss. Nicht, wenn sie Selbstgespräche führt, aber wenn sie beim Anblick einer ganz gewöhnlichen Stockente auf ihrem Weg in Panik ausbricht und dann, ein paar Wochen später, ohne mit der Wimper zu zucken vom 5-Meter-Brett ins Wasser springt.

Manchmal bin ich mir ganz sicher, dass ich mit einer Außerirdischen zusammenlebe. Aber, sie ist die wundervollste und faszinierendste Außerirdische, die ich je kennengelernt habe.

6 thoughts on “99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 31

    1. Im Januar wird sie 9. Noch immer durch und durch Puppen- und Bärenmutter. Leider wird das bald vorbei sein. Manchmal möchte ich mit meinen Kindern in die Wildnis ziehen, nur um sie vor google und co. und all den tollen Ideen der Warenwelt zu beschützen…

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