Der neunte Himmel in Paris ist ein Ort, an dem ein zauberhaftes und geheimnisvolles Wesen wohnt. In 99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 16 habe ich bereits über dieses Wesen berichtet. So wie für mich ist auch für dieses Wesen das Lesen ein großes Glück und so wurde mir aus dieser Wolkenwohnung  – ein paar Monate ist es nun her – ein Buch übersandt. M Train von Patti Smith.

Bildergebnis für Patti Smith M Train

Bis dahin war Patti Smith für mich vor allem Sängerin und Poetin. Ich wusste, dass sie als Godmother of Punk bezeichnet wird, aber erst jetzt weiss ich, weshalb. Patti Smith ist vollkommen unabhängig. Sie kümmert sich nicht um das Normale und wird gerade dadurch so menschlich. Ihr Geist ist nicht von alltäglichen Angelegenheiten wie aufräumen, essen oder sich anziehen verbaut. Alles, was wir Menschen halt so tun, ist bei ihr auf das Wesentliche reduziert. Anderes wiederum tut sie fast obsessiv und man stellt fest, dass man es selber auch so machen könnte. Dass das Leben vollkommen skurril ist, wenn man es nur lässt. Es ist fast so, als ob sie für sich ein neues Alphabet der Zustände erfunden hätte.

M Train ist der Versuch, über das Nichts zu schreiben, über die Aufspaltung des Daseins in Momente, über die Suche nach Erkenntnis und Verbundenheit und vor allem über das Alleinsein. Sie berichtet aus ihrem genialen Geist in wundervollen Sätzen. Manche leuchten geradezu vor Schönheit, wie zum Beispiel der Folgende:

“Images have their way of dissolving and then abruptly returning, pulling along the joy and pain attached to them like tin cans rattling from the back of an old-fashioned wedding vehicle.”

Es sind solche Sätze, die mir das Lesen so wertvoll machen. Es ist ein Satz wie ein Kristall und er beschreibt auf witzige Weise den manchmal unvermittelt auftauchenden Kloss im Hals, den fast jeder kennt, den ich aber so nicht hätte benennen können. Die Taufpatin des Punk hat mir diesen Satz geschenkt.

Danke an Patti Smith, für so viel Klarheit, Wahrheit und Verletzlichkeit.

Danke in den neunten Himmel in Paris, für dieses wundervolle Geschenk.

5 thoughts on “99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 32

  1. »Es ist fast so, als ob sie für sich ein neues Alphabet der Zustände erfunden hätte.« Hab beim Lesen deines Textes Hühnerhaut bekommen. Danke für jedes deiner Worte, funkelnd wie Kristall.

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