Buongiorno ragazzi

Manche sind noch so jung, dass man sie noch prima ein bisschen veräppeln kann. ‚Buongiorno ragazzi!“, begrüße ich die Schüler ab und zu, weil das schön klingt, so kräftig und schwungvoll. Ganz anders als „Guten Morgen liebe Freunde der deutschen Sprache“. Und dann gibt es immer die eine, die Kulleraugen kriegt und der Freundin sicherheitshalber doch noch eben zu flüstert „Haben wir heute Italienisch?“, obwohl Italienisch nicht mal ein Schulfach ist. „Certo! Non sei preparata?“ Ich schaue ein bisschen tadelnd. Die Zweite wird nun auch unsicher. Entrüstete Rufe. Nein, natürlich haben wir kein Italienisch. Wir haben Deutsch! Das ist ihnen anscheinend noch lieber als Italienisch. Mission erfüllt. Und dann setzen sie sich, die 14-jährigen Möchtegernerockchicks in ihren Kunstlederpseudomotorradjacken und ihre (noch) etwas weniger coolen Klassenkameraden im Kapuzenpulli, scrollen noch eben hektisch über die glatte Oberfläche ihres Teils bevor sie es seufzend in der Schultasche verschwinden lassen müssen, weil die Deutschstunde beginnt.