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Frontberichte und Dschungelstories #3

Zwei Schüler sind eindeutig zu weit gegangen und müssen nachsitzen. Zuvor haben beide sich bei mir entschuldigt, in der Hoffnung, ich würde die Strafe bleiben lassen. Nachsitzen ist die zweithöchste Strafe, die man vergeben kann und kommt gleich nach Handyentzug. Dass die beiden um vier Uhr nachmittags antreten müssen, wenn alle ihre Freunde nach Hause gehen oder zum Training oder irgendwas anderes Lustiges tun, ist … Continue reading Frontberichte und Dschungelstories #3

Frontberichte und Dschungelstories #2

Lehrerin sein ist auch kompliziert. Man muss an tausend Dinge denken und die tausend Dinge nicht zu vergessen, führt bei mir zu Stress. Früher kam die Lehrerin (oder der Lehrer) doch einfach zur Tür herein, Buch aufschlagen, Klappe halten. So jedenfalls habe ich das in Erinnerung. Na gut, Hellraumprojektor musste auch noch gestartet werden und ab und zu gar eine neue Rolle Folie aufgezogen werden. … Continue reading Frontberichte und Dschungelstories #2

Frontberichte und Dschungelstories #1

Lehrerin sein ist hart, und in den Niederlanden noch ein bisschen härter. Das ist zumindest mein Eindruck. Der Arbeitsdruck ist krass, die Klassen groß, die Erwartungen hoch. Gerade gestern ließ eine Kollegin die Bemerkung fallen, also wenn man DAS nicht drauf habe, dann habe man wohl bei der Ausbildung nicht gut aufgepasst … Dabei bin ich Anfängerlehrerin und meine Ausbildung war eine Schnellbleiche von einem … Continue reading Frontberichte und Dschungelstories #1

Mehr Bier vor Klo

Ganz ehrlich, ich genieße das Zuhause sein. Zwar arbeite ich wie blöde, aber ansonsten gibt es außer Lesen und Kinder erziehen nicht so viel zu tun. Noch nicht so lange her, da war ich ständig unterwegs. Ein Jahr lang Amsterdam und zurück. Ständig rumhetzen, schwitzen, Wäsche produzieren. Im Stehen essen, im Gehen appen, im Sitzen schlafen. Unterwegs sein ist oft auch ein bisschen erniedrigend. In … Continue reading Mehr Bier vor Klo

Geschwisterliebe oder 99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 54

Einmal nach Neujahr war ich wellnessen an der Ostsee. Im Hotel waren viele andere Paare. Eines davon so um die 55. Eine Frau und ein Mann und die beiden haben – ich schwöre es – genau gleich ausgesehen. Von vorne, von hinten, im Profil, nicht genau gleich, aber so wie Bruder und Schwester halt. Geschwisterliebe? Sie hielten Händchen und sie schien ganz genau zu wissen, … Continue reading Geschwisterliebe oder 99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 54

Buongiorno ragazzi

Manche sind noch so jung, dass man sie noch prima ein bisschen veräppeln kann. ‘Buongiorno ragazzi!”, begrüße ich die Schüler ab und zu, weil das schön klingt, so kräftig und schwungvoll. Ganz anders als “Guten Morgen liebe Freunde der deutschen Sprache”. Und dann gibt es immer die eine, die Kulleraugen kriegt und der Freundin sicherheitshalber doch noch eben zu flüstert “Haben wir heute Italienisch?”, obwohl … Continue reading Buongiorno ragazzi

An jenem Tag im blauen Mond September

Für Gedichte fehlt mir meist die Ruhe, aber bei diesem von Bertold Brecht werde ich immer ganz still. An jenem Tag im blauen Mond September, still unter einem jungen Pflaumenbaum. Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe, in meinem Arm wie einen holden Traum. Und über uns im schönen Sommerhimmel, war eine Wolke, die ich lange sah. Sie war sehr weiß und ungeheuer oben, … Continue reading An jenem Tag im blauen Mond September

Lindas Bluse

Linda Zervakis hat eine Bluse, so eine will ich auch. Sie ist sattgrün, glänzt, hat einen hochgeschlossenen Kragen und weite Ärmel. Ich habe schon Stunden im Internet nach dieser Bluse gesucht, Fehlanzeige. Sowieso törnt mich Kleider suchen total ab, ob im Internet oder sonst wo. Ich will nicht suchen, sondern finden. Falls Linda Zervakis also diesen Blog sieht, weil sie eine Art virtual Guard hat, … Continue reading Lindas Bluse