Neusprech und Neuseh

Ist mir die Wirklichkeit nicht zugeneigt, muss ich sie eben erst noch erschaffen, wird sich Donald Trump gedacht haben, als er seine Sprecherin von alternativen Fakten über die Besucherzahlen bei der Inauguration verkünden ließ. Was zur Hölle sind alternative Fakten? Ist das nicht Neusprech? Aber, Trump betreibt nicht nur Neusprech, sondern auch Neuseh! In einer…

Schnee von gestern oder 99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 41

Freitag. Die Kinder und ich sind auf der anderen Seite der GRENZE, im benachbarten deutschen Städtchen, um Schneeschuhe zu kaufen. Mein Sohn (7) hat ungefähr null Bock. Er schlurft missmutig hinter uns her und schleift mit den Füssen auf dem Boden, so, dass der nasse Schnee auf beiden Seiten ein wenig wegspritzt. Es ist nicht…

  Change of Generations

topperspective

            In the Ghetto

Wenn der Schnee an einem kaltem, grauen Morgen in Chicago fällt, wird ein armes kleines Baby im Ghetto geboren
Und seine Mutter weint, denn wenn es etwas gibt, dass sie nicht braucht,ist es noch ein hungriger Mund, der gefüttert werden muss. Im Ghetto.

Versteht ihr denn nicht? Das Kind braucht eine helfende Hand, oder es wird eines Tages zu einem zornigen jungen Mann heranwachsen.
Schau dich und mich an. Sind wir zu blind um zu sehen, oder drehen wir unsere Köpfe einfach weg und schauen weg?

Die Welt dreht sich und ein hungriges kleines Kind mit einer laufenden Nase spielt in den Straßen, während der kalte Wind im Ghetto bläst.

Und sein Hunger flammt auf. Also fängt er an, nachts in den Straßen herumzuziehen. Und er lernt wie man stiehlt und er lernt wie man kämpft. Im Ghetto.

Dann in einer Nacht voller Verzweiflung bricht ein junger…

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Meilodoponi oder 99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 40

»Meilodoponi.« »Was?« »Meilodoponi.« »Ich versteh nicht.« Der kleine Bruder eilt zu Hilfe: »Meilodopoonii!!« »Ich habe keine Ahnung, wovon ihr redet.« Tochter eilt nach oben und bringt ein kleines weißes Pferd mit langem rosa Haar, atemberaubenden Wimpern und Glitzersternen auf den Hinterbeinen mit. »Ach so! My little Pony!« »Ja, eben. Meilodoponi.« »DAS wünschst du dir vom…

Alles neu macht der Mai…

... oder das Dezember-Grau hat mir gesagt, dass ich etwas Frische in meinem Leben brauche. Aus der Philosophischen Küche ist der Ort der vorläufigen Wahrheiten geworden. Wahrheit ist wie Wasser, manchmal glasklar, manchmal schmutzig, die meiste Zeit kaum zu erkennen und immer sehr beweglich. Danke für Eure Treue und viel Lesevergnügen weiterhin!

99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 39

Wenn ich vom oberen Stock über den Hintergarten in den nächsten Hintergarten schaue und da noch weiter, in das nächste Haus hinein, dann denke ich immer: Dort muss eine ganz besonders glückliche Familie wohnen. Es weihnachtet dort sozusagen das ganze Jahr über. Dezentes Licht, elegante Fenster (solche mit Streben), Kerzen, Bilder an den Wänden... Einziger…

99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 38

Blättert man als Übergangshandlung so ein bisschen in Schopenhauers »Aphorismen zur Lebensweisheit«, findet man folgenden Satz: »Der allgemeinste Überblick zeigt uns, als die beiden Feinde des menschlichen Glückes den Schmerz und die Langeweile.« Unschmerz und Unlangeweile wären dann so etwas wie die Freunde des Glücks, aber nicht das Glück selbst. Nach Schopenhauer haben wir in…

99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 37

Eigentlich war der Blogeintrag der Woche schon fertig. Irgendwas mit Büchern und im Antiquariat stöbern und so. Sehnsucht nach dem Duft von Papierleim, Druckerschwärze und Staub und wie schön es doch sei bla bla bla … Aber irgendetwas ließ mich zögern, und als ich den Text nochmals las, wusste ich auch weshalb. Mir war beim…

99 Gründe glücklich zu sein – Nr. 36

Am 11. November 2016 um 13.08 Uhr hatte ich eine Erscheinung. Sie ging an meinem Küchenfenster vorbei. Zuerst sah ich nur ihre Schuhe. Weiße Hauslatschen. Solche, die vorne geschlossen sind und so einen halbhohen weichen Absatz haben. Dazu ein hellrosa Hausanzug aus Frottee. Blonde, kurze Haare. So kurz, dass sie sich morgens nicht lange mit…

Schau! Wie schön ist es bei uns…

Im Ausland wird man oberflächlich, aber es ist eine aus der Not heraus geborene Oberflächlichkeit. Es ist die Neigung, die Dinge durch die Klischeebrille zu betrachten, um das Leben um sich herum verstehen zu können. Man entdeckt bei seinen neuen Mitmenschen eine seltsame Herangehensweise an Dinge, und schon macht man es zu einem allgemeinen Merkmal…